Kein Wunder, dass die Mastzellen…

… austicken in gewissen Lebenssituationen, und für Entzündungen in der Haut, den Atemwegen, dem Darm, im Gehirn und an weiteren Ecken sorgen. Ich bin mittlerweile viel verständnisvoller mit meinen kleinen Körper-Wächtern geworden. In diesem Artikel möchte ich dir anhand meiner letzten Berlinreise als Beispiel erklären, warum ich so empfinde.

Diesen Artikel möchte ich Yasmina Ykelenstam widmen (aka “the low histamine chef” www.healinghistamine.com), die Ende des Sommers überraschend an den Folgen einer Brustkrebserkrankung verstorben ist, was ein schwerer Schlag für mich war. Yasmina ist mir, seit ich ihren Blog während des Jahreswechsels 2014/15 entdeckt habe, eine Art geistige Führerin geworden, die mir die Hoffnung zum Weitermachen gegeben hat. Mit ihren Artikeln und E-Books hatte ich endlich die passenden Puzzleteilchen gefunden, um meine gesundheitliche Entwicklung vom absoluten Tiefpunkt in eine Aufwärtsspirale zu bringen, sodass ich endlich größtenteils ohne körperliche Einschränkungen leben und meine Träume verwirklichen kann. Liebe Yasmina, ich wünschte, du hättest dein Leben in einem etwas langsameren Tempo gelebt und dafür noch länger unter uns weilen können, aber ich werde mein Bestes geben, deine Fackel weiterzutragen und an deiner Stelle weiter für glückliche und artgerecht gehaltene Mastzellen eintreten.


Wenn du noch gar nicht über Mastzellen Bescheid weißt, lies zunächst hier weiter.

Denke bei Mastzellen immer an Barrieren und Nervenendigungen. Im Gegensatz zu den im Blut zirkulierenden Immunzellen stehen unsere Mastzellen schon an allervorderster Front. Sie wollen als allererstes informiert sein, wenn unserem Körper Gefahr droht, und stürzen sich dann mutig in die Schlacht, gehen auf gezielte und ausgeklügelte Sondereinsätze (entlassen einzelne Granula – Säckchen gefüllt mit bestimmten Entzündungsstoffen) oder opfern sich selbst in einer Kamikaze-Attacke (sie platzen komplett und entlassen alles an Kampfstoffen, was sie haben). Dabei alarmieren sie gleichzeitig das übrige Immunsystem im gesamten Körper.

Zwei Dinge müssen, damit optimaler Schutz für unseren gesamten Körper gewährleistet ist, gegeben sein: Sie müssen sich wie gesagt an der Schwelle zwischen Umwelt und Körperinnerem befinden, und sie müssen an ein optimales Telefonnetz angeschlossen sein. Es ist kein Zufall, dass unsere Barriereorgane wie Haut und Magen-Darmschleimhaut, an denen die wichtigsten Umwelt-Interaktionen ablaufen, stark durchzogen sind mit einem feinen Nervengeflecht. Klar, um unsere Blut-Hirn-Schranke befindet sich natürlich sowieso die zahlreichen Nerven unseres Gehirns.

Symptome, die durch Histaminausschüttung verursacht werden können

Du kannst dir also vorstellen, dass unsere Mastzellen im Endeffekt mit unseren 5 Sinnen (ja, ich habe schon heftige Mastzellaktivierungen bekommen durch Worte, die an mich gerichtet wurden: Lärm, der als Gefahr wahrgenommen wurde; sehr scharfes Essen beispielsweise empfinde ich als “Lärm” für meinen Darm, der auch auf seine Weise “schmeckt”, auch wenn es so nicht direkt im Bewusstsein ankommt; oder von Pollen und Abgasen geschwängerte Luft, etc…), dazu noch der Gleichgewichtssinn, siehe auch (weitere Trigger) zusammenarbeiten und durch sie ihre Befehle empfangen, ob es gerade sicher ist oder ob Gefahr droht.

Wenn ich nun daran denke, womit meine Mastzellen Tag für Tag konfrontiert sind in unserem täglichen Leben, und ganz besonders in besonderen Situationen, wundert es mich nicht, dass sich Mastzellsyndrome epidemieartig verbreiten. Nicht unsere Mastzellen sind verkehrt, defekt, mutiert, übertrieben, was auch immer, sondern unsere Umwelt, die wir als Menschen uns gestaltet haben, unsere Lebensweise ist es! In meinem täglichen Leben (ich arbeite größtenteils von zuhause aus) konnte ich schon viele Dinge optimieren und so meinen Körper enorm entlasten. Doch hier mal ein Beispiel, wie es aussieht, wenn ich da raus in die Welt gehe, um zum Beispiel einen Workshop zu halten.

Versteh mich nicht falsch, ich will damit nicht sagen, dass all diese Dinge “schlecht”, “ungesund” oder “gefährlich” seien. Sie sind erst einmal neutral, so lange, bis sie zuviel werden oder wir ihnen die Bedeutung einer Gefahr gegeben haben. Ich liebe es Workshops zu halten! War ich früher sehr weit abgedriftet ins autistische Spektrum, so ist mein Gehirn mittlerweile so fit, dass ich es mittlerweile liebe, mit Menschen zu arbeiten, und mich darüber freue, mit ihnen zusammen mehr über gesunden Lebensstil zu lernen.

Klar kommt dies zu einem Preis. Ich möchte dir jetzt keine Angst machen vor der Luft, die du atmest! In diesem Leben geht es ja schließlich nicht darum, sich in Watte zu packen und am Ende kommen wir hier sowieso nicht lebend und an einem Stück raus. Ich WILL Stress haben, ich brauche auch den Stress wie ein Grundnahrungsmittel (ich will die Welt sehen, Fortbildungen machen, irgendwann ein eigenes Haus bauen, interessante Menschen kennen lernen…) und ich möchte weiterkommen im Leben und der Welt meine Gaben zur Verfügung stellen.

Bedenke schlicht und ergreifend: Es ist immer eine Investition, ich nehme einen Kredit auf von meinem Gesundheitskonto. Und ich denke, dass ich nur deswegen gesund bleiben und stetig gesünder werden kann, da ich sozusagen eine Abmachung mit meinen Mastzellen getroffen habe. Ich habe wirklich superpraktisch gelernt, was sie brauchen und was ich ihnen Tag für Tag geben kann, um sie gesund und zufrieden im Gleichgewicht zu halten. Damit mein Körper ihnen nicht mehr übertriebene Signale geben muss, da mein System “denkt”, ich sei in stetiger Lebensgefahr.

Lies hier über die Symptome und Ursachen einer Dysautonomie (Dauerstress des gesamten Systems).

Ja, ich würde sagen, meine Mastzellen vertrauen mir mittlerweile, dass ich ihre Bedürfnisse wahrnehme und alles, was ich von meinem Gesundheitskonto runterziehe, für manche Projekte auch mal ins Minus gehen muss, wieder zurückzahle. Meinem Körper wieder schöne und erholsame Dinge biete. Und dass ich den absoluten Großteil meines Guthabens für sinnvolle Dinge ausgebe, die mich wirklich im Ganzen weiterbringen auf meiner Gesundheitsreise. Denn ich möchte nicht mehr zurückkehren zu dem Kriegsgebiet, das mein Körper einst war. Nein, stattdessen arbeite ich stets weiter daran, die Verantwortung für alle Teile meiner Selbst, meines Körpers, meines Lebens zu übernehmen, zwischen ihnen zu vermitteln, sodass wir nicht nur friedlich co-existieren können, sondern im Team sogar zu neuen Höchstleistungen auffahren können.

Danke, meine lieben Mastzellen. So lange Jahrzehnte war ich blind und taub für eure Botschaft, für eure Warnungen und Hilfeschreie, habe denen geglaubt, die mir immer wieder einredeten, dass ihr euch gegen “mich” gewandt habt, dabei seid ihr doch auch ein untrennbarer Teil von mir! Wie leicht war es doch, euch als die Sündenböcke hinzustellen, ich das arme Opfer. Wie viele von euch sind sinnlos in diesem Kriegsfeuer verzehrt worden, da ich so ein miserables Oberhaupt dieses Körper-Staats war ohne diplomatisches Geschick. Verzeiht mir, dass ich so lange gebraucht habe, euch zu verstehen und euch das zu geben, was ihr braucht, ja nicht nur euch, jedem einzelnen Teil meiner selbst. Ihr habt mir das Leben gerettet, habt mir dieses Leben, das ich heute führe, geschenkt, mit eurer Treue, eurer Beharrlichkeit, unbeirrbar. Danke, dass ihr mir dazu verholfen habt, endlich ein Zuhause in meinem eigenen Körper zu finden.

Thank you, mast cells – I love you and appreciate your hard work, and I promise to continue working to provide you with a stress free, happy, loving environment full of  the nutrients needed to keep you stable. xoxo. ~Yasmina Ykelenstam (+2018)

 

Ich möchte diese Gelegenheit auch einfach mal nutzen, um dir, meinem Leser und Follower, danke zu sagen für deine Begleitung auf meiner eigenen Reise. Das Internet lässt und alle enger zusammen rücken und ermöglicht uns, unsere Last zu teilen, neue Hoffnung zu schenken, auf neue Ideen zu kommen und dabei einfach nicht alleine zu sein. Es war damals ein gefühlt risikoreicher Schritt, mit meiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu treten, mich verwundbar zu zeigen, aber es hat mich in Kontakt mit so vielen wunderbaren Menschen gebracht, von denen ich mich verstanden fühle und die mir gleichzeitig das Gefühl geben, dass ich gebraucht werde und etwas zu geben habe, und so viel wertvoller Austausch ist bereits zustande gekommen auch durch das Teilen eurer Erfahrungen. Ich fühle mich sehr verbunden mit euch allen, auch wenn ich die meisten wahrscheinlich nie in Person treffen werde. Danke, dass es dich gibt.


In Zukunft möchte ich mehr darüber schreiben, wie das Nervensystem mit dem Immunsystem interagiert, sowie über die mentalen und neurobiologischen Prozesse der Heilung. Ich verstehe mehr und mehr, dass auch meine gesunde Lebenseinstellung, mein heiler Funke, der mich stets neue Hoffnung hat schöpfen lassen, maßgeblich an meiner Heilung beteiligt ist, was ich auch als den großen Unterschied beobachten kann zwischen den Menschen, die in der Erkrankung stecken bleiben und denen, die dort wieder herauskommen. Zusammen mit meinen Studien über Neuroplastizität und was der Placeboeffekt wirklich ist, habe ich immer gezielter an mir selbst, und schließlich auch mit meinen Klienten arbeiten können.

Ich möchte dies in Zukunft sehr greifbar und praktisch als Übungen für alle erschwinglich zur Verfügung stellen und lade dich ein, einen Blick auf meine ersten selbst aufgenommenen Meditationen und Visualisationen zu werfen.

Gesundheitsvisualisationen Audios

2 thoughts on “Kein Wunder, dass die Mastzellen…

  • 4. Dezember 2018 at 20:13
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    Von ❤️ wieder einmal danke für deine großartige Arbeit. Sie ist eine meiner Fackeln um weiterzumachen!

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    • Doro
      5. Dezember 2018 at 12:09
      Permalink

      Danke, meine Liebe! <3 Alles Gute weiterhin auf eurer Gesundheitsreise.

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