Besitzt du die Symptome einer Hypoglykämie?

Leidest du an einer Hypoglykämie oder an einem Unterzucker, bedeutet das, dass dein Blutzucker (die Glukose im Blut) in einem gewissen Abstand zu deinen Mahlzeiten in den Keller rutscht, oder zumindest deutlich von der gesunden Mitte, die dein Körper braucht, um optimal alle Vorgänge am Laufen zu halten. Dies sendet ein Gefahrensignal an deinen Körper, der versucht, für einen Ausgleich zu sorgen, indem er Glykogenreserven aus Leber- und Muskelzellen mobilisiert. Geschieht das regelmäßig, wird der gesamte Organismus auf Dauer belastet. Er gerät in einen immerwährenden Stresskreislauf mit allen negativen gesundheitlichen Folgen. Oft bestehen ganz allgemein Blutzuckerregulationsprobleme, man kann gleichzeitig Probleme mit Unterzucker sowie Überzucker (Hyperglykämie, führt auf Dauer zu Diabetes) haben.

Die medizinischen Referenzwerte für den Nüchternblutzucker liegen bei 60 – 110 mg/dl (entspricht 3,3 – 6,1 mmol/l).

Leidest du an einem Unterzucker, ohne davon zu wissen? Eine Messung des Blutes gibt nicht immer Aufschluss, da die Werte natürlich tagtäglichen Schwankungen unterliegen und genau am Tage der Messung eine normal erscheinende Momentaufnahme darstellen können. Aussagekräftiger ist da der HBA1c-Test, der etwas über den Langzeitzustand aussagt.

Typische Symptome

Die Zahl der Betroffenen ist höher, als man denkt. Typisch ist, dass ab irgendeinem Punkt, meistens ein paar Stunden nach der letzten Mahlzeit (in schweren Fällen sogar schon eine halbe Stunde danach), der Betroffene nicht mehr aufhören kann, an Essen zu denken, man grantig, reizbar, nörglerisch, vielleicht sogar streitsüchtig wird, und Entspannung und Gelassenheit erst wieder durch einen Snack oder eine Mahlzeit eintritt. Weitere Symptome sind Übelkeit, Magenkrämpfe, akute Energielosigkeit, Schwächegefühl, Frieren oder Schwitzen (tlw. mit Flush und Juckreiz), Kopfschmerzen, Hirnnebel oder einfach nur eine Leere im Kopf verbunden mit Wortfindungsstörungen und Unfähigkeit, Denkprozesse zuende zu führen, Tunnelblick und Fokus auf kleine Details, zwanghaftes Verhalten, depressive Verstimmungen, Fressanfälle, allgemein ein Gefühl der Enthemmtheit und leichter Beeinflussbarkeit (man bleibt auch in anderen stimulierenden Praktiken leichter hängen, wie sozialen Medien), zittrige Hände, Kreislaufprobleme, trockener Mund, sensorische Empfindlichkeit (Licht, Gerüche, Geräusche…), aber auch das nächtliche Aufwachen aus einem Alptraum – mit Herzklopfen, Schweißausbrüchen und Angstattacke, oder mit Übelkeit – ist blutzuckerbedingt.

Gründe für Unterzucker

Die Gründe können vielfältig sein. Im Allgemeinen ist es zu starker physischer oder psychischer Stress, der den Körper aus seiner gesunden Mitte bringt. Anzeichen von Problemen mit Unterzucker sind bereits ein Zeichen einer Stufe 1 Nebennierenschwäche (die Nebennieren sind eine Drüse, die bei Bedarf über die Ausschüttung von Stresshormonen ihr Bestes geben, den Blutzucker und gesamten Stoffwechsel wieder ins Lot zu bringen. Bedenke, dass Stresshormone das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen: Gewisse Teile werden unterdrückt, andere Teile, wie Immunzellen (Mastzellen, etc…) werden alarmiert).

Oft liegen Über- und Unterzucker gleichermaßen vor, der Blutzucker schießt nach einer Mahlzeit erst übertrieben in die Höhe, was zu Gewebeschädigung und vorzeitiger Alterung durch Verzuckerung von Gewebe wie Kollagen und Nervenzellen (Bildung von Advanced Glycation Endproducts) führt. Der allgemeine Ratschlag lautet, nicht zu hochglykämisch zu essen, allerdings ist der glykämische Index alleine nicht aussagekräftig darüber, wie man ein Lebensmittel verträgt. Individuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten nehmen ebenfalls starken Einfluss auf den Blutzucker (z.B. kann erfahrungsgemäß Weizen oftmals für Probleme sorgen, während weißer Reis gut verstoffwechselt wird).1)

3 Tipps, um Blutzuckerprobleme in den Griff zu bekommen

1. Iss nur eine Kohlenhydratart pro Mahlzeit und lasse mindestens 2 Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten oder Snacks. Laut Ernährungsmedizinerin Dr. med. Dörten Wolff überfordert dies sonst das vegetative Nervensystem und bringt es aus dem Gleichgewicht, denn jede Kohlenhydratart für sich sorgt für eine Insulinausschüttung (das Hormon, das unseren Blutzucker im Gleichgewicht halten soll), was sich dann addiert.

2. Iss ausgewogene Mahlzeiten, die stets ausreichen Fett, Protein und Ballaststoffe in Form von Gemüse enthalten, gemäß deines vegetativen & metabolischen Typs und Verträglichkeit. Fett wirkt sehr stabilisierend und erdend, Protein versorgt dein Gehirn mit den nötigen motivierenden Neurotransmittern und hält lange satt und Ballaststoffe verlangsamen die Passage durch den Darm und die Aufnahme von Glukose in deinen Blutkreislauf.

3. Achte auf eine ausreichende Chromzufuhr, denn Chrom hilft, den Blutzucker zu regulieren (mein bestes “Supplement”: Miesmuscheln! 130µg/100g Quelle: Der kleine Souci).

Zu guter Letzt: Identifiziere individuelle Lebensstressoren wie Nahrungsmittelintoleranzen, denn dies sorgt für die Ausschüttung von Histamin und Stresshormonen. Anzeichen können sein: Herzklopfen und trockener Mund sehr bald nach der Mahlzeit, allgemein ein Gefühl, aus der Balance zu sein, pseudoallergische körperliche Symptome wie Rötungen, Niesattacken, Juckzeiz, Verdauungsbeschwerden, kognitive Beschwerden.


  1. Zeevi, D., Korem, T., Zmora, N., Israeli, D., Rothschild, D., Weinberger, A., … & Suez, J. (2015). Personalized nutrition by prediction of glycemic responses. Cell, 163(5), 1079-1094.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyrighted Image