Populäre Ernährungsformen kritisch betrachtet

Im Folgenden möchte ich ein paar der mittlerweile beliebtesten Ernährungsformen analysieren und ihre Vor- und Nachteile, Chancen und Schwächen herausarbeiten. Hierbei möchte ich vor allem meine persönlichen Erfahrungen mit einfließen lassen, denn jede dieser Ernährungsform habe ich selbst mehr oder weniger intensiv ausprobiert, und habe Freunde und Verwandte, die ihnen nachgehen.


 

Vegetarische Ernährung

Eine weitestgehend von ethischen Motiven angetriebene Ernährungsform, die aber von vielen Vertretern auch vom gesundheitlichen Aspekt her argumentiert wird. Grundsätzlich denke ich, dass eine vegetarische Ernährung gesund sein kann, sofern sie ausgewogen und mit einem gesunden Lebensstil betrieben wird. Dies gilt meines Erachtens aber für JEDE Ernährungsweise. Die Wahrheit ist aber, dass ich viele Vegetarier kenne, die entgegen dem Bild, das einem der Begriff vermittelt, sich von Gemüse so ziemlich fern halten und sich nur von Milchprodukten, Eiern, Tofu, Getreide und Süßigkeiten ernähren. Vielen würde eher der Begriff „Cola-Chipsotarier“ gerecht werden. Das Problem, das ich sehe, ist, dass diese Ernährungsform lediglich ausdrückt, was man NICHT essen soll (nämlich Fleisch), aber zu wenig darüber nachgedacht wird, WAS man essen sollte (zumindest, wenn gesund bleiben zu den persönlichen Zielen gehört). Bei vielen höre ich heraus, dass sie der Meinung sind, dass sie anderen alleine deswegen gesundheitlich überlegen sind, da sie auf Fleisch verzichten. Das Problem, das ich hier sehe ist, dass Fleisch zum einen per sé gar nicht ungesund ist (sieh dir hierzu mein Video an, hier außerdem ein guter Artikel der Paleomom). Kurz gesagt, man kann mit Fleisch leider ziemlich viel falsch machen). Das größte Problem ist aber, dass gerade Eier und Milchprodukte, von denen zumindest die Vegetarier, die ich persönlich kenne, durchschnittlich mehr konsumieren als Mischköstler, zu den Nahrungsmitteln gehören, auf die es mit die höchste Rate an Allergien und Intoleranzen gibt. Diese Lebensmittelgruppen werden bei einer Eliminationsdiät als allererstes gestrichen! Ich selbst zähle zu den Personen, die mit diesen Nahrungsmittelgruppen zu einem großen Teil Probleme hat, vertrage sämtliche pflanzlichen Proteinquellen sehr sehr schlecht, besitze aber einen hohen Proteinbedarf. Fleisch ist für mich die einzige wirklich verträgliche und leicht verdauliche Proteinquelle, die dazu noch vollgepackt ist mit guten Nährstoffen und ich kenne viele, denen es genauso geht. Zu verbreiten, dass man gerade auf dieses Lebensmittel verzichten soll, finde ich angesichts dessen, wie viele Menschen ihr Dasein mit ungelösten Darmerkrankungen fristen, ziemlich furchtbar (ich kann es nicht anders ausdrücken, zu lebhaft sind noch die Erinnerungen an die Zeit, in der ich so stark gelitten habe).

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Aus Bodenhaltung gerettet genießt dieses Huhn die ersten Sonnenstrahlen seines Lebens
Bodenhaltung
Eine Kürzung der Schnäbel ist leider noch gängige Praxis in Deutschland

Was mich auch die vegetarische Ernährungsform kritisch sehen lässt ist die Tatsache, dass sie oft so unreflektiert praktiziert wird. Ich kenne viele Vegetarier, bei denen ich die billigen Ja!-Milchprodukte im Kühlschrank finde und Eier aus Bodenhaltung. Wenn du zu denen gehört, dann sorry, dass ich dich kritisiere, aber dann gehörst du mit Sicherheit zu den sehr tierlieben Menschen und wirst offen dafür sein, wenn ich dir vorschlage, dass du dich einmal mit der Milch- und Eierindustrie auseinandersetzt, und was da für wirklich verbrecherische Praktiken an der Tagesordnung stehen und dich fragst, ob du das mit deinem Geld unterstützen willst. Klar, dass einem dann wahrscheinlich erst einmal komplett der Appetit vergeht. Das Problem bei Eiern aus vertretbarer Haltung ist dann wieder, dass diese Hühner mit einem Hahn zusammen gehalten werden und man mit jedem Ei einen kleinen Embryo tötet. Wie man es dreht und wendet, gibt es hier dann keine wirklich gute Lösung, außer selbst Hühner zu halten. Auch Käse ist oftmals nicht vegetarisch, das Lab wird aus Kälbermägen gewonnen. Und letztenendes ist es so, dass ganz allgemein für die Milch- und Eierproduktion Tiere sterben müssen, und zwar im großen Stil, genauso wie für die Fleischproduktion. Und dann könnte man natürlich noch weiter gehen, mit Kleidung aus Leder usw. und warum weiterhin Gummibärchen gegessen werden. Deswegen hat für mich die vegane Ernährung immer mehr Sinn gemacht. Ich habe einfach die Befürchtung, dass bei den meisten Vegetariern sich in Wahrheit nur das Problem am deutlichsten manifestiert, dass wir dermaßen entfremdet sind von unserer Lebensmittelproduktion, dass der Anblick eines (Stück) toten Tieres für sie etwas ist, mit dem sie nicht umgehen können. Ich will hier natürlich nicht alle über einen Kamm scheren! Bei vielen ist es umgekehrt so, dass sie zuviel gesehen haben (hierzu gehören z.B. viele Tiermedizinstudenten), was ich verstehen kann. Deswegen, wenn du auf Fleisch verzichten willst, sei dir sicher, dass du Milch und Eier verträgst (in dem Fall sind es sehr nahrhafte Lebensmittel und ich beneide dich), nutze sie am besten von einer möglichst großen Bandbreite an unterschiedlichen Tierarten (Schaf, Ziege, Wachteln, Enten…) und rotiere nach Möglichkeit, damit du dir nicht nachträglich noch eine Allergie aneignest. Bitte unterstütze keine Qualhaltung und gehe vor allem auf die Entdeckungsreise in die Welt des vielfältigen und farbenfrohen Gemüses! Sei dir immer klar, du bist genauso verwundbar wie jeder andere auch, also achte auf einen gesunden Lebensstil.


 

Vegane Ernährung

Vorweg, ich bin fast zwei Jahre lang der veganen Ernährung gefolgt. In der Anfangszeit habe ich mich um Welten besser gefühlt, was viele erleben, und was mit Sicherheit zu dem Hype beiträgt. Ich würde schon sagen, besonders, wenn man sich so ein paar berühmte Veganerkarrieren ansieht, dass viele zunächst so eine drastische Verbesserung erzielen, weil sie sich zuvor einfach crappy ernährt haben und sich zum ersten Mal mit der Gemüsevielfalt auseinandersetzen, wozu man fast unweigerlich gezwungen ist, und dadurch natürlich eine deutliche Steigerung in ihrer Ballaststoff- und Nährstoffaufnahme erfahren. Auch ist man gezwungen, vieles komplett „from scratch“ zu kochen, da die meisten Fertigprodukte wegfallen, was zu einer deutlich geringeren Aufnahme an ungesunden Zusatzstoffen führt. Gut, auch hier kenne ich Beispiele, die sich nur von Pommes, Tofu, Nudeln mit Sojasahnesauce und Oreo ernähren.

Veganes Mett und Rührei gefällig?
Veganes Mett und Rührei gefällig?

Wie man sieht, muss die vegane Ernährung ebenfalls nicht das gesundheitliche Wohlbefinden an erster Stelle haben. In der Regel geht es hier um ein tierleidfreies Leben (ob dies der Fall ist und ob die rein pflanzliche Landwirtschaft ökologisch besser wäre, ist stark zu bezweifeln und vielleicht mal einen eigenen Artikel wert), also rein ethisch motiviert. Doch tatsächlich kommen von der veganen Seite die größten Heilsversprechen. Krebs, Allergien, Neurodermitis, CFS,… alles soll durch die vegane Ernährung heilbar sein. Und ja, ich würde durchaus sagen, dass eine Phase des „Entgiftens“ (oder eher, Aufbau einer diverseren Darmflora durch mehr Ballaststoffe, größere Aufnahme an Mikronährstoffen durch mehr Gemüse, weniger Toxinaufnahme durch Ernährung auf einer niedrigeren trophischen Ebene, Beruhigung des Immunsystems durch geringe Proteinaufnahme (oft auch weniger Histamin; aber einen Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichem Protein gibt es nicht, es besteht beides aus denselben Bausteinen) oder komplettes Wegfallen von typischen Allergenen wie Milchprodukte und Eier)) sehr heilsam sein kann. Doch nicht jeder ist für diese Ernährungsform (zumindest nicht auf Dauer) geschaffen. Besonders für Leute mit Darmerkrankungen ist diese rein pflanzliche Ernährungsform überhaupt nichts. Es gibt sogar Leute, die nichts außer tierischen Produkten vertragen können, weil sie so empfindlich auf Antinährstoffe reagieren (hier liegen in der Regel irgendwelche Probleme zugrunde, die behoben werden müssen aber auch die individuelle Darmflora spielt eine Rolle). Ihr Darm wird zum einen zu stark gereizt und mehr und mehr entzündet, zudem schließt er die Nährstoffe aus der pflanzlichen Kost nur extrem schlecht auf, und man ist dann zwar auf dem Papier top versorgt, aber was letztlich in den Körper gelangt, steht auf einem völlig anderen Blatt. Gehören sie dazu noch zum metabolischen „Proteintyp“ (viele Mitteleuropäer), werden sie hier schnell in eine Mangelversorgung geraten (gerade die proteinreichen Teile einer Pflanze werden besonders vor der Verdauung geschützt), was verschiedene Probleme mit sich führt, z.B. chronische Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, ausbleibende Menstruation und schließlich ist JEDER Vorgang im Körper von Proteinen (Enzymen) abhängig. Auf die Spitze getrieben wird es beim Rohveganismus. Diese Ernährungsform ist an sich der Paleoernährung sehr ähnlich, nur dass komplett auf erhitzte Nahrungsmittel und natürlich auch auf Eier und Fleisch verzichtet wird. Hierbei werden viele Nahrungsmittel ausgeschlossen, auf die viele mit chronischen Entzündungsreaktionen reagieren (wie Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Eier, Getreide), weswegen viele erstmal einen unglaublichen Heilungsschub erfahren. Ich halte es für eine sehr sanfte Form des Heilfastens, für die die meisten nur für einen (individuell langen) begrenzten Zeitraum geschaffen sind, bevor sich Proteinmangelprobleme bemerkbar machen. Individuen mit dem metabolischen Kohlenhydrattyp (viele mit genetischen Wurzeln in Asien, Afrika und Südamerika) kommen mit dieser Ernährungsform deutlich besser klar, als andere, aufgrund des geringeren Protein- und Fettbedarfs. Individuen mit höherem Fettbedarf werden bei dieser Ernährungsform schnell in einen Mangel an essentiellen Fettsäuren und den fettlöslichen Vitaminen geraten.

Rohkostparadies
Rohkostparadies
Tales from a vegan time
Tales from a vegan time

Ich persönlich halte keine rein veganen aber größtenteils (vollwertig-) pflanzlich basierte Ernährungsformen für sehr vielversprechend, gerade in Bezug auf Krebstherapie (kommt hier aber wahrscheinlich auf das Individuum und den Krebs an), allerdings sollte man immer bereit bleiben, auf seinen Körper zu hören, wenn sich seine Bedürfnisse nach einiger Zeit ändern. Gerade in dieser Hinsicht sind solche ideologisch motivierten Ernährungsformen kritisch zu betrachten, da es vielen Anhängern sehr schwer fällt, sich im Bedarfsfall wieder von ihnen zu verabschieden oder zumindest die Zügel zu lockern, denn leider wird der Veganismus von den meisten Anhängern zu mehr gemacht als nur einer Diät. Es wird zum kompletten Lebensinhalt, zu einem politischen Statement, zu einer Ersatzreligion, man sieht es als Teil seiner selbst. Ich habe es bei mir selbst erlebt, wie schwer es war, es loszulassen, dabei habe ich mich noch relativ eingeschränkt damit identifiziert, habe Ausnahmen gemacht und mich in der Regel nicht als „Veganer“ bezeichnet. Ich musste erst in Bezug auf viele Dinge mit mir selbst ins Reine kommen, bevor ich zu diesem nächsten Schritt bereit war. Ich persönlich halte es in jedem Fall sehr bedenklich, wenn eine Ernährungsideologie um jeden Preis durchgesetzt werden muss, selbst wenn es die Gesundheit kostet. Ich war einmal mit einer Veganerin auf Reisen und unser Flug wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie ist fast zusammengeklappt wegen Unterzuckerung, aber hat lieber das in Kauf genommen, als einen meiner Kekse anzunehmen (und hat sich im Urlaub dann fast nur von Weißbrot, Energiedrinks und Blattsalat ernährt, weil es sonst kaum etwas für sie gab, und sah dabei überhaupt nicht gut genährt aus, konnte sich aber kaum zurückhalten, über die gesundheitlichen Vorzüge dieser Ernährungsform zu predigen). Wie will man die Welt verbessern, wenn man seine Gesundheit ruiniert und zu einer Belastung seiner Mitmenschen wird?

Noch eine Sache muss ich zur veganen Bewegung äußern: Es stört mich extrem, dass die Industrie da so bereitwillig auf den Wagen aufgesprungen ist und sich nun eine goldene Nase mit allerlei Ersatzprodukten verdient, die sogar als gesund angepriesen werden, die in Wahrheit oftmals Abfallstoffe aus der Nahrungsmittelindustrie sind, die aufbereitet und nun mit großem Gewinn verkauft werden. Auch der hohe Konsum an billigen Pflanzenölen (oft ranzig und reich an Omega 6-Fettsäuren, arm an Vitaminen) ist unglaublich fördernd für die Entstehung chronisch entzündlicher Krankheiten. Das riesige Angebot an neuen Produkten ist auf der anderen Seite für Leute mit z.B. Laktoseintoleranz ganz toll, allerdings wird von den Herstellern noch mit ziemlich wenig Hintergrundwissen an die Sache herangegangen (vieles ist dann beispielsweise vollgepackt mit Fruktose, wie Agavendicksaft, oder irgendwelchen Zusatzstoffen) und das riesige Angebot ist für die meisten Verbraucher einfach nur verwirrend und verunsichernd.


 

Low-Carb

Grundsätzlich stimme ich zu: Wir essen viieel zu kohlenhydratlastig, vor allem Zucker und Getreide (beides sehr nährstoffarm/-frei) kommt bei quasi jeder Mahlzeit auf den Tisch, und die meisten glauben leider immer noch der Anti-Fett-Propaganda und geißeln sich selbst unnötig. Hinzu kommt die wachsende Verunsicherung, ob Fleisch denn nun gesund ist oder krebserregend. Ein Zuviel an (den falschen) Kohlenhydraten sorgt dafür, dass die Darmflora der meisten eine ziemlich ungesunde Zusammensetzung annimmt, da die krankmachenden Bakterien, Hefen, etc… im großen Stil durch die raffinierten Kohlenhydrate angefüttert werden, was wieder eine unglaubliche Vielfalt an chronisch entzündlichen Erkrankungen mit sich zieht wie Adipositas, Hauterkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionen… eigentlich alles hängt mit der Darmflora zusammen. Hoch glykämische Kohlenhydrate (vor allem Getreide, Kartoffelprodukte, Zucker…) sorgen für eine Achterbahnfahrt zwischen überhöhtem Blutzuckerspiegel und dem Zuckercrash, was zu Insulinresistenz (also Diabetes Typ II) führt und ebenso Entzündungsreaktionen im Körper ankurbelt und auch zu einer Nebennierenschwäche beitragen kann. Außerdem kommt es zur Bildung von AGEs (advanced glycation endproducts, quasi Verzuckerung von körpereigenen Proteinen) die unsere Organe verschleißen und uns schneller altern lassen (zusätzlich zu den freie Radikalen). Und worauf am meisten gepocht wird: Insulinausschüttung sorgt für die Umwandlung von Zucker in Fettzellen, typischerweise im Bauchbereich. Besonders kritisch ist glutenhaltiges Getreide anzusehen, da es durch hormonelle Reaktionen im Körper die Fetteinlagerung noch verstärkt (Vollkorn ist hier in keinster Weise besser, ich halte es sogar für schädlicher) und Gluten bei den meisten auf ziemlich zerstörerische Weise im Darm wirkt, für chronisch entzündliche Erkrankungen mitverantwortlich ist, die Bildung von Autoantikörpern anregt und somit Autoimmunerkrankungen begünstigt und vorantreibt. Außerdem kann es zu schweren neurologischen Erkrankungen führen.

Zu meiner Kritik: Ja, ich denke schon, dass bei den meisten Übergewichtigen ein Zuviel an (verarbeiteten) Kohlenhydraten ein Hauptgrund für das Übergewicht ist und ich habe schon einige Freunde mit dieser Ernährungsform drastisch abnehmen sehen. Oft spielen aber noch andere Faktoren mit rein, die chronisch entzündliche Reaktionen im Körper fördern, die am Abnehmen hindern oder im Nachhinein den Erfolg wieder zunichte machen. Das kann sich um alles auf diesem Blog genannte handeln, ich habe schon Leute in einer schimmeligen Wohnung stark zunehmen sehen, vielleicht ist es aber auch nur eine einzelne Nahrungsmittelallergie, die noch nicht entdeckt worden ist. Neueste Erkenntnisse aus der Forschung zeigen, dass der Anstieg des Blutzuckerspiegels nach dem Konsum verschiedener Lebensmittel bei jedem sehr individuell ausfällt, wahrscheinlich spielen individuelle Unverträglichkeiten und wieder die Darmflora eine Rolle, nicht nur die Eigenschaft des Lebensmittels selbst. Auch Stress sollte in jedem Fall behandelt werden, meines Erachtens nach Killer Nr.1. Ich würde es deswegen für wichtiger halten, ein ganzheitliches Konzept für diese Leute zu erarbeiten, einen dauerhaften Lebensstil, bei dem der Körper komplett gesund und man weitgehend entzündungsfrei werden kann. Das Problem ist auch, dass viele Programme einen zu sehr alleine lassen mit dem was man essen SOLL. Zum einen sehe ich Bücher, in denen die kohlenhydratarme Ernährungsweise auch eine FETTARME Ernährung mit einschließt, was niemals irgendjemand durchhalten kann. Das Gehirn wird zwangsläufig in einen Zustand der Unterversorgung geraten und anstatt dass man immer satt und zufrieden einem bestimmten Ernährungsplan folgt, werden schnell Gelüste aufkommen, einfach als Versuch vom Körper, wieder an Treibstoff zu gelangen. Eine solche Ernährungsweise ist niemals erfolgsgekrönt. Auch habe ich Freunde, die sich plötzlich nur noch von (billigem und verarbeitetem) Fleisch in rauen Mengen, oder irgendwelchen Shakes und Proteinbars voll von ominösen Zutaten ernähren und Gemüse für sie weiterhin ein Fremdwort bleibt, was ebenfalls nicht dafür sorgt, dass der Körper die Materialien bekommt, die er dringend benötigt, um sich gesund wieder aufzubauen, das Immunsystem und die Organe werden nur noch mehr belastet.

Auch haben wir hier wieder das Problem, das ich schon bei der veganen Ernährungsform erwähnt habe, nämlich dass nicht jedes Nährstoffverhältnis für jeden das Richtige ist. Manchen wird es nach dem anfänglichen Zuckerentzug bei der Low Carb-Ernährung deutlich besser gehen, da sie nicht mehr von der Blutzuckerachterbahn (Hyperaktivität gefolgt von Heißhungerattacken, gepaart mit schlechter Laune, Antriebslosigkeit oder sogar gefährlicher Hypoglykämie) geplagt werden.

Vielen anderen (sie müssen nichtmal vom metabolischen Kohlenhydrattyp sein, Gemischttyp reicht schon) dürfte die strenge Durchführung allerdings nicht lange gut tun, denn auch was Kohlenhydrate anbelangt, kann man in eine Mangelsituation kommen. Typische Symptome sind ausbleiben der Menstruation, trockene Augen, trockene Haut und Schleimhäute, was auch zu Verdauungsproblemen führen kann, sogar zur Entwicklung eines durchlässigen Darms (leaky gut, intestinal permeability) und Nahrungsmittelallergien! In dem Forum, in dem ich war, hatten wir einige solcher Fälle, auch Dave Asprey, der Erfinder der Bulletproofdiet, hat es am eigenen Leib erfahren. Insbesondere Frauen sind hiervon betroffen. Ebenfalls besteht die Gefahr, dass die Darmflora bei einer Ernährung, bei der es nicht viel für sie zu verwerten gibt, stark aushungert. Auch ist ein zu schnelles Abnehmen in Wahrheit eine ziemlich ungesunde Angelegenheit, da unser Körper Umwelttoxine in Fettzellen speichert, um sie sicher weg zu packen (die meisten Giftstoffe sind fettlöslich und deswegen schwer auszuscheiden). Werden sie nun zu rapide abgebaut, gelangen diese Toxine im großen Maß in unser Blut, was die Leber und die übrigen Organe überlastet und schwere Erkrankungen nach sich ziehen kann. Man hört dies oft von Leuten, die sehr schnell abgenommen haben. Wird darüber hinaus wenig an wichtigen Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen aufgenommen, die bei der Entgiftung helfen, sind Probleme vorprogrammiert. Viele gehen ziemlich planlos an die Lowcarb-Ernährung ran, ernähren sich nicht ausgewogen genug und geraten deswegen in Mangelsituationen oder nehmen zu drastisch ab, weil aufgrund der fehlenden Süße der Appetit fehlt oder man Schwierigkeiten bekommt, seine Mahlzeiten zu organisieren. Bei Individuen, die wie ich eher darum kämpfen müssen, ihr Gewicht zu halten, kann eine zu kohlenhydratarme Ernährung schnell zu dramatischem Untergewicht führen (selbst erlebt).

Gewisse Darmprobleme wie eine Dünndarmfehlbesiedlung (small intestinal bacterial overgrowth, SIBO) erfordern einen Verzicht auf gewisse (fermentierbare) Kohlenhydrate für einen gewissen Zeitraum, in dem Fall muss aber ohnehin eine individuelle Therapie erfolgen.


 

Trennkost

Bei der Trennkost dürfte der positive Effekt in erster Linie daher rühren, dass man auf verarbeitete Lebensmittel verzichtet und alles frisch und mit viel Gemüse selbst zubereitet, was ich grundsätzlich immer empfehlen würde. Für Personen, die mit heftigen Blutzuckerschwankungen zu kämpfen haben, wäre diese Form der Ernährung genau das Falsche, da viel Stärke, ohne dabei Protein zu essen, den Blutzuckerspiegel zu stark ansteigen und dementsprechend auch schnell wieder abstürzen lassen würde (auch wenn eine ausreichende Fettmenge den Effekt abmildert). Ich empfehle daher eher Mahlzeiten, die sich aus Kohlenhydraten, Protein und Fett (und Gemüse) zusammensetzen, wobei jeder das für ihn richtige Verhältnis ermitteln muss, bzw. bei jeder Mahlzeit auf seinen Körper hören sollte. Unsere Instinkte kehren tatsächlich wieder zurück, wenn wir für eine Weile auf den Körper verwirrende Zusatzstoffe wie Aromen (egal ob “künstlich” oder “natürlich”), stark verarbeitete Kohlenhydrate (Chips, Kekse), süchtig machenden Weizen und Zucker verzichtet haben.

Es bestätigt sich allerdings immer mehr, dass es besser für den Körper ist, in einer Mahlzeit möglichst wenige unterschiedliche Kohlenhydratquellen (wie Fruktose, Saccharose, Laktose, Stärke, Süßstoffe…) auf einmal zugeführt zu bekommen, da es das Nervensystem überreizen kann. Auch kann es tatsächlich (sehr individuell ausfallende) Unverträglichkeiten in Bezug auf Lebensmittelkombinationen kommen, die für sich persönlich auszutesten lohnenswert sein kann.


 

Paleo / Paläo / Steinzeiternährung

Die Grundlage für die Paleoernährung bietet unser evolutionsbiologischer Hintergrund. Die Idee ist, dass wir an die heutigen zusatzstoff- und zuckerüberladenen und stark verarbeiteten Lebensmittel von unserer Physiologie her nicht angepasst sind und nur unverarbeitete (im Sinne von Zuhause komplett selbst gekochte), natürliche Lebensmittel verwendet werden sollten, und dass wir nur Nahrungsmittel, die im Paläolithikum (der Altsteinzeit) reichlich vorkamen zu uns nehmen und auf jegliche Nahrungsmittel, die erst im Neolithikum aufkamen (Jungsteinzeit) verzichten sollten, sprich Getreide und Milchprodukte. Wenn wir uns wie Jäger-und-Sammler ernähren, würde unser Körper optimal mit allen benötigten Nährstoffen versorgt, während die Lebensmittel, an die wir nicht angepasst sind, uns chronisch krank machen würden. Ich selbst bin grundsätzlich ein großer Fan von der Paleoernährung, da auch ich denke, dass die Dinge im Lichte der Evolutionsgeschichte am meisten Sinn machen. Schon der gesunde Menschenverstand sollte es einem eigentlich sagen, dass sich in einem Steak mit einem bunten Salat mehr für uns verwertbare Dinge befinden, als in einem McDonaldsburger oder einem Stück Kuchen. Was mir auch gefällt, ist dass hier der gesamte Lebensstil miteinbezogen wird. Der Schwerpunkt liegt auf gesunden sozialen Interaktionen (wie es in Eingeborenenstämmen praktiziert wird und was uns allen fehlt, sonst wäre Facebook nicht so erfolgreich), gesunder Bewegung an der frischen Luft und gesundem Schlaf, was alles zur Stressreduktion erheblich beiträgt. Auch wird in der Regel auf ökologisch und regional angebaute Nahrungsmittel bzw. möglichst natürlich gehaltene und gefütterte Nutztiere zurückgegriffen. Zwei Dinge sind mir aufgefallen, die oft fälschlicherweise für die Paleoernährung angenommen werden. Erstens: Es sei eine sehr fleischlastige Ernährungsweise. Bleibt, wenn wir Käse und Nudeln streichen, denn nur die Bolognesesauce und das Steak übrig? Aber nein. Jeder sollte natürlich auch hier gerade nur soviel Protein zu sich nehmen, wie sein Körper braucht. Die bunte Welt des Gemüses hat darüber hinaus unglaublich viel zu bieten. Zweitens: Paleo = Lowcarb. Keineswegs. Die Zusammensetzung von Protein, Kohlenhydraten und Fetten in der Ernährung variiert(e) bei Jägern-und-Sammlern je nach Klimaregion und Lebensraum enorm. Leider ist dies auch immer wieder ein großes Streitthema in der Community. Vielmehr muss hier auch wieder jeder herausfinden, welches Verhältnis am ehesten seinem metabolischen Typ entspricht. Und an nicht-Getreidestärkequellen gibt es eine sehr große Auswahl (z.B Kochbananen, Kürbis, Süßkartoffeln, Maronen…). Stichwort Kartoffeln; Es ist das große Potential und gleichzeitig der Fluch dieser Ernährung: Sie ist sich noch stark am Entwickeln und grundsätzlich sehr offen gegenüber neuen Erkenntnisse (im Gegensatz zu z.B. „niemals tierische Produkte essen“). Neueste Erkenntnisse aus Archäologie und Anthropologie geben uns ständig neue Rückschlüsse darauf, was unsere Vorfahren gegessen haben. Deswegen haben sich inzwischen viele verschiedene Subformen dieser Ernährungsform entwickelt (von kein Salz, zu Kartoffeln gehen doch, bis hin zu Primal, wo auch Milchprodukte von A2 Nutztieren erlaubt sind).

Brot wird bei der Paleoernährung vom Speiseplan gestrichen
Brot wird bei der Paleoernährung vom Speiseplan gestrichen

Ich bin auf jeden Fall ein Anhänger der Paleodiät, bestehe aber auch hierbei darauf, dass man sie für sich so anpasst, dass sie einem wirklich dient. Auch hier ist ein Zuviel an gewissen Dingen, wie Obst oder Nüsse, nicht gesund. Auch sehe ich es sehr kritisch, dass viel mit gemahlenen Nüssen und Samen als Mehlersatz gebacken wird, da sie sehr reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind, in der Regel mit einem deutlich höheren Ω-6 Gehalt, die sehr instabil sind und in ranziger Form äußerst entzündungsfördernd. Ich würde sie in aller Regel nur roh, sehr frisch und eingeweicht verzehren.

Sehr gut finde ich, dass die Topallergene / Intoleranznahrungsmittel Milch und Getreide vom Ernährungsplan verschwinden, was für die meisten schon reicht, um sie gesundheitlich wieder auf die Überholspur zu bringen. Sehr schade finde ich, wenn es auch hier dogmatisch wird, wie ich es leider in gewissen Foren erlebt habe. Auch sollte natürlich diskutiert werden, ob der Mensch sich nicht doch schon in gewisser Weise an diese neolithischen Erzeugnisse angepasst haben könnte. Ich denke auch, dass nur etwa 300 Generationen zu wenig sind, als dass es da zu großartig genetischen Veränderungen hätte kommen können. Doch frage ich mich, wieweit unsere Gene hier wirklich mit reinspielen, oder ob nicht eine Anpassung unseres Mikrobioms (Darmflora) genügt? Denn hier kann es sehr rapide zu Mutationen sowie Anpassungen in der Populationszusammensetzung kommen. Würde mich brennend interessieren. Aber ganz ehrlich, selbst wenn Getreide “okay” für uns zum Essen wäre, es gibt soo viele wesentlich nährstoffhaltigere Lebensmittel, denen das Getreide nur den Platz auf unserem Teller und in unserem Bauch wegnehmen würde. Mir persönlich ist es auch relativ egal, ob ich Gluten nun vertrage oder nicht, ich weiß, dass es oft mycotoxinbelastet ist, ich vertrage keine Fruktane (FODMAPs) und Vollkorn geht wegen seinem hohen Antinährstoffgehalt bei mir schon gar nicht, deswegen kommt mir der Weizen nicht mehr auf den Teller. Ich ziehe hier ein to thrive rather than just survive vor, 28 Jahre, in denen es mir mit meinem Körper mies ging, sind genug.

Ich halte die Paleoernährung in jedem Fall für ein sehr gutes Grundtemplate, das vielen Leuten, die ihr eine Chance gegeben haben, viel an Lebensqualität zurück gegeben hat und worüber viele ihre Begeisterung fürs Kochen mit frischen Zutaten erlangt haben, und inwieweit jeder kleine Modifikationen vornimmt, etwa, dass er Butter, Urgetreide oder Reis verwendet, sollte natürlich jedem selbst überlassen sein.


 

Mein Fazit: Viele Ernährungsformen zielen nicht primär auf Gesundheit ab, oft erwecken sie eher den Eindruck, dass es darum geht, es „so gut wie möglich“ durchzuziehen, dabei sollte es bei der Ernährung nicht darum gehen, einen Wettbewerb zu gewinnen! Aus dem was wir essen werden unsere Zellen gebaut und laufen unsere Enzymreaktionen ab, deswegen sollte hier mit einer gewissen Vernunft herangegangen werden. Zu oft wird sich zu stark mit seiner Ernährungsweise identifiziert und es zu einer Ideologie erhoben, was sogar gesundheitsgefährdend werden kann. Außerdem ist es schade, dass etwas, das eigentlich auch ein Mittel zur Sozialisierung ist, zu etwas so Trennendem und Konfliktgeladenem werden kann. Andererseits gibt es genug Menschen, die dazu gezwungen sind, aus gesundheitlichen Gründen auf gewisse Nahrungsmittelgruppen zu verzichten, die leider noch viel zu kurz kommen. Was ich auch sehr kritisch sehe, ist dass gerade solche Ernährungsformen wie die vegetarische und die vegane sehr zur allgemeinen Verwirrung beitragen, was nun wirklich gesund ist und was gegessen werden sollte, mich selbst hat es damals auf einen viel zu großen Umweg geschickt, der mich von meiner Heilung eher entfernt als ihr näher gebracht hat.

Und doch muss ich sagen: Ich bereue nichts. Die vegane Ernährung wurde schnell zu meinem liebsten Hobby und ich als totaler Kochmuffel, der sich in der ersten Zeit auf eigenen Füßen vor allem von Fünf-Minuten-Terrinen, Nudeln mit Maggifix-Saucen und Cornflakes ernährt hat, habe die Begeisterung fürs Kochen entdeckt und bin dabei sehr kreativ und findig geworden. Vielleicht ist das der Vorteil dieser besonderen Ernährungsstile: Es wird interessant für die Leute, sie setzen sich überhaupt mal damit auseinander. Für mich war Kochen früher extrem langweilig, aber diese kleine Herausforderung machte es für mich spannend. Natürlich gibt es zu jeder Ernährungsform das passende Junkfood, doch in der Regel ist eine Rückkehr zum vollwerigen Slow-Food inbegriffen, die Leute werden wieder anspruchsvoller, beginnen, das System zu hinterfragen. Schnell folgt eine Ausweitung der Überdenkung des Lebensstils, man fragt sich, wo die Produkte, die wir täglich konsumieren herkommen und was sie mit uns und unserem Ökosystem anstellen. Wichtig ist an dieser Stelle dann, dass man sich nicht schon wieder entmündigen lässt und sich ohne weitere Fragen zu stellen einer Ernährungsform hingibt.

Denn eins habe ich (auch in den zahllosen Ernährungs-Biografien, die ich inzwischen gelesen habe) gelernt: Es gibt keine Ernährungsweise, die für jeden perfekt passt. Wir sind alle sehr verschieden, und haben leicht bis stark verschiedene Bedürfnisse, was die Nährstoffzusammensetzung anbelangt. Klar, ein paar Grundlagen sind immer gleich, da braucht man nur den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen, nämlich, dass naturnahe Nahrung für uns das beste ist, dass wir unmöglich an die Mengen an Zucker, die heutzutage verdrückt werden, angepasst sein können, dass es eine Rolle spielt, wie unser Essen gefüttert wurde, etc… Aber es ist einfach ganz wichtig, dass sich jeder mit seiner eigenen Ernährung auseinandersetzt.

Es ist heute leider nicht mehr so einfach wie vor einigen Jahrhunderten. Wir sind genetisch recht durchmischt, wohnen vielleicht nicht mehr am Ort unserer Geburt, essen nicht mehr mit Mitgliedern unseres Stammes zusammen sondern mit oftmals genetisch völlig Unverwandten. Hinzu kommt, dass wir Lebensmittel aus aller Welt beziehen können, die für unseren Körper vielleicht zu fremd sind, dazu gibt es inzwischen ALLES was wir wollen UNBEGRENZT, was es früher nur zu einer bestimmten Jahreszeit oder nur nach aufwändiger und anstrengender Suche in winzigkleiner Menge gegeben hätte. Hinzu kommen gewisse Umwelteinflüsse und viel Stress, was alles letztlich dafür sorgt, dass unsere Verdauungsorgane versagen, sodass hier Probleme entstehen, die schnellstmöglich identifiziert werden sollten.

Natürlich verstehe ich jeden der sagt, dass klare Vorgaben und die Community hinter einem Ernährungsstil ihm dabei helfen, diszipliniert zu bleiben, den Spaß am Kochen zu bewahren und seine Gesundheitsziele nicht aus den Augen zu verlieren. Aber, lass dich nicht entmündigen und lass dir nichts erzählen, sei offen, höre auf deinen Körper und finde, was für dich passt! Mehr Informationen dazu findest du hier.

Each person is the ultimate authority on his or her bodily requirements, and that the body will reveal its requirements given sufficient attention and trust. ~Charles Eisenstein

Eine Ernährungsform ist nicht wie Religion oder Sport. Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden und den Rest deines Lebens dabei bleiben. ~Michelle Pfennighaus

10 thoughts on “Populäre Ernährungsformen kritisch betrachtet

  • 9. Februar 2016 at 10:05
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    Wow, ganz klasse Beitrag, Doro! 🙂
    Hat mich grade voll ermutigt und bestärkt in dem, was mir so in der Art schon so seit ein paar Monaten zu dem Thema durch den Kopf geht.
    Aber du hast es ganz toll zusammengefasst und auf den Punkt gebracht.
    Ganz liebe Grüße an dich
    Nicole

    Reply
    • Doro
      9. Februar 2016 at 10:27
      Permalink

      Dankeschön, Nicole. Ich finde es so schade, dass einem in diesen Szenen so ein unglaublicher Druck und ein schlechtes Gewissen gemacht wird. Was bringt es denn, wenn es einem einfach nicht gut mit einem Weg geht, der für einen anderen super funktioniert, und wer kann ernsthaft behaupten, Ernährung wirklich verstanden zu haben? Es kann mal ein schönes Hobby sein, doch wenn es irgendwie an die Gesundheit geht, dann geht es einfach zu weit. Ich selbst habe zu lange Zeit gedacht, das Problem würde bei mir liegen, dass ich es einfach nicht “richtig” mache, deswegen bin ich froh, endlich auf meinen Körper zu hören.
      Viel Erfolg beim Erkunden deines Weges! =)

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  • 9. Februar 2016 at 10:59
    Permalink

    Mir geht es (fast) genauso wie dir 😉
    Ich bin von vegetarisch und vegan (aus ethischen Gründen; wobei vegetarisch + diverse Antibiotika meine latenten Probleme vermutlich erst zum “Ausbruch” gebracht haben) über einen kurzzeitigen Versuch mit veganer Rohkost bei Paläo (mittlerweile so wie du es handhabst, stark angelehnt an Autoimmunpaläo) angelangt 😀
    Finde mich in so unglaublich vielen Dingen bei dir wieder, aber stelle auch hier wieder fest, dass es dennoch kleine Unterschiede gibt und ich immer wieder aufpassen muss, nicht alles blind zu übernehmen. Wäre aber ja auch so einfach und gibt einem ein Gefühl von Sicherheit – ja, mehr auf mich zu hören und mich in Selbstvertrauen zu üben, daran muss ich noch etwas arbeiten 😉

    Reply
    • Doro
      9. Februar 2016 at 18:52
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      Ich bin eigentlich auch sehr tierlieb und hatte eigentlich große Freude an der veganen Ernährung, aber momentan ist es wichtiger, dass wir wieder auf die Beine kommen und für unsere Familien da sein können. Was ist bei dir so anders, wenn ich fragen darf? Ich bin selbst auch immer noch am Tüfteln. Ich habe in letzter Zeit wieder zu viele Kohlenhydrate einschleichen lassen, das bekommt mir einfach nicht, und ich merke leider auch, dass es mir zur Zeit ganz ohne Kakao und Carob einfach besser geht. Aber ich habe mir auch sehr oft gewünscht, ich könnte einfach einem Standardplan folgen, fertig. Aber so einfach ist es dann leider nicht. =/

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  • 10. Februar 2016 at 11:04
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    Ich sag immer, im Herzen bin ich noch Veganer 😉 Und wenn es irgendwann wieder möglich ist, werde ich dann auch wieder so essen.
    Ich hab zusätzlich noch ne SIBO, was es mir grade sehr schwer bis unmöglich macht, das AIP-Protokoll für mich zu planen/umzusetzen. Kochbananen, Süßkartoffeln, Kürbis, geht alles nur in ganz geringen Maßen so dass es mir schwer fällt, auf meine wenigen Kohlenhydrate zu kommen. Bin deswegen auch immer noch bei etwas Kartoffeln und weißem Reis. Knoblauch, Zwiebeln und viele Gemüsesorten gehen dadurch auch nur ganz begrenzt, was das ganze sehr langweilig macht. Muss FODMAP und Histamin berücksichtigen, dabei noch kohlenhydratarm und Milchprodukte will ich nicht = ganz schön schwierig 😀
    Noch dazu vertrage ich Kokosöl nicht. Von Anfang an nicht, keine Ahnung warum, ich vermute wegen Schimmelpilzsporen, vertrage nämlich auch alles Getrocknete etc. nicht, wo sie dran sind, Nüsse, Tee, Gewürze, Mehl, Carob).
    Kokosmilch aussem Tetrapack geht mittlerweile auch nicht mehr so gut, etwas frisches junges Kokosnussfleisch geht, das Wasser auch nicht.

    Reply
    • Doro
      16. Februar 2016 at 17:55
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      Wenn ich wählen könnte wie ich wollte und mein Körper mit allem zufrieden wäre… ich denke ich würde es auch wieder werden. Aber ich habe inzwischen meinen Frieden mit diesem Weg gefunden, es tut mir einfach so gut. Aber wie krass, da bleibt ja kaum noch etwas übrig für dich… o_O Ich hoffe, dass du vor allem die SIBO schnell in den Griff kriegst. Habe nur mal ein Interview mit Dr. Siebecker gehört, mich ansonsten aber noch nicht so viel damit beschäftigt, da ich wohl nicht betroffen bin und so viele andere Baustellen habe. Hoffe, du machst da Fortschritte. Hm zu Kokosöl fällt mir ansonsten noch ein, dass es sehr salycilatreich reich ist.

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